Hildegard-Fasten ist ein sanft eingeleitetes Fasten. Dieser Blogbeitrag erklärt nicht die Vorzüge und Nachteile des Fastens, sondern richtet sich an alle Interessierten, die sich bereits ausgiebig mit dem Thema Fasten, nach der heiligen Hildegard von Bingen, beschäftigt haben.

Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch meine beiden vorherigen Blogbeiträge.

Kurzanleitung Hildegard-Fasten

Gegen 7.00 Uhr – 8.00 Uhr am Morgen, wenn Sie noch im Bett liegen, idealerweise mit einer Wärmflasche, richten Sie sich etwas auf und machen Sie es sich gemütlich.

Kuscheln Sie sich etwas ein, also gern auch mit einer zusätzlichen flauschigen Decke.

Nun lutschen Sie, selbstverständlich sind Sie noch nüchtern und haben wirklich nichts gegessen, 10 Ingwerlutschtabletten, so dass sie diese im Mund bitte langsam zergehen lassen. Nehmen Sie zuerst nur 3 Ingwertabletten und dann, nach und nach, die anderen.

Doch bitte bleiben Sie nach der Einnahme noch etwas im Bett liegen. Meditieren Sie bitte oder denken Sie an positive Erlebnisse, so dass Sie noch etwas ausruhen.

8.30 bis 9.00 Uhr: Nach dem Aufstehen langsam hin und her gehen. Achten Sie gut auf sich, damit Sie nicht kalt werden!

Und bitte, ziehen Sie sich warm an!

Leichte Gymnastik oder ein kleiner Spaziergang, wenn möglich mit anderen Personen die ebenfalls Fasten, leiten nun weiterhin das Fasten ein.

Folgen Sie bitte, in den nächsten Tagen, doch nicht länger als 6 – 8 Tage, Ihrer inneren Stimme und diesem Fastenfahrplan, angelehnt nach Hildegard von Bingen:

Vormittags bis Mittags

  • 8.00 Uhr: Trockenbürsten, streichen Sie die Haut aus, möglichst zum Herzen hin, und/oder duschen Sie im Wechsel warm und heiß (aber bitte wählen Sie das Wasser nicht zu kalt).
  • 8.30 Uhr: Dann wird es Zeit für Kräutertee.
  • 9.00 Uhr: Moderater Sport für eine gute halbe Stunde, z.B. Schwimmen, Gymnastik, Yoga, Qigong oder ein Spaziergang bei dem Sie abwechselnd schnell und langsam gehen.
  • 10.00 Uhr: Fencheltee mit etwas Apfelsaft, damit Sie frisch bleiben!
  • 11.00 Uhr: Und schon wieder Zeit für eine Tasse Kräutertee.
  • 11.30 Uhr: Meditation zum Thema Dankbarkeit. Schreiben Sie auf, was Sie alles haben und wofür Sie dankbar sein dürfen. Oder machen Sie sich Notizen ihrer Gedanken, um ihre Aufzeichnungen später mit ihren Wünschen zu vergleichen. Gegebenenfalls korrigieren Sie bitte ihre Gedanken!
  • 12.30 Uhr: Jetzt wird gekocht! Eine Fastengemüsebrühe wird zubereitet und heiß getrunken, aber bitte selbst und frisch zubereiten, indem Sie Karotten und Fenchelgemüse klein schneiden, in Wasser auskochen, abgießen und mit einer winzig kleinen Prise Salz würzen, etwas Galgant und Muskatnuss zugeben. Ich püriere das Gemüse nicht und ich esse es nicht während der Fastentage. Das gekochte Gemüse verwerfe ich. Falls Ihnen danach ist, so dass Sie dieses bisschen Gemüse mitessen möchten, dann pürieren Sie ihre Fastengemüsebrühe. Fertige Gemüsebrühen vertrage ich nicht! Bitte beachten Sie ebenfalls die Inhaltsstoffe! Allergiker reagieren oft auf Sellerie oder Bertram. Also kochen Sie deshalb ihre Fastenbrühe selbst und verwenden Sie nie mehr als 5 Zutaten! Karotten, Fenchel, Salz, Muskatnuss und Galgant.
  • 13.30 Uhr: Mittagsschlaf mit Leberwickel. Dabei legen Sie sich eine Wärmflasche auf den rechten Oberbauch, decken Sie sich gut zu und versuchen Sie zu schlafen, insofern Sie schlafen können. So helfen Sie ihrer Leber, damit sie leichter entgiften kann.

Entnehmen Sie dem folgenden Bild die Lage der Leber:

Symbolfoto Pixabay – Liver/Lage der Leber

Nachmittags bis Abends:

  • 15.30 Uhr: Kräutertee oder Fencheltee, event. 1 TL Honig zugeben oder einen frischen Zweig Thymian zum aromatisieren dazu geben.
  • 16.30 Uhr: Bewegen Sie sich wieder für eine gute halbe Stunde. Machen Sie z.B. Gymnastik, Yoga, Qigong, oder gehen Sie raus an die frische Luft, weil Sie so bewusst viel besser einige Mal tief ein- und ausatmen können.
  • 17.30 Uhr: Warme Gemüse- oder Obstsäfte mit Fencheltee mischen, damit schaffen Sie Abwechslung und so sorgen Sie für Geschmacksvielfalt.
  • 18.30 Uhr: Meditation der Natur. Betrachten Sie die Natur, und schauen Sie einfach ins Grüne, ohne dass Sie Gedanken hegen!
  • 20.00 Uhr: Fencheltee, evtl. 1 TL Honig zugeben, damit das Gehirn gut funktioniert!
  • 21.00 Uhr: Darmspülung, denn ein entleerter Darm tut gut und Sie schlafen besser.
  • 21.30 Uhr: Machen Sie ein warmes Fußbad mit Basensalz, z.B. Meine Base von Dr. Jentschura – und während dessen können Sie gut noch einen Tee trinken.
  • 22.00 Uhr: Füsse gut trocken reiben, eincremen und dabei mit dem Daumen die Füsse gut ausstreichen (Fusszonenreflexmassage).
  • 22.30 Uhr: Nehmen Sie sich eine Wärmflasche mit ins Bett, für die Füsse oder den rechten Oberbauch

Symbolfoto Pixabay


Was kann ich tun, wenn mich eine Krise plagt?

Fastenkrisen lassen sich gut mit Fencheltabletten (3-5 Presslinge mehrmals täglich lutschen), oder Fenchel-Galgant-Tabletten (1 Pressling besonders langsam auf der Zunge zergehen lassen) meistern.

Oder Sie trinken etwas Petersilienhonigwein.

Falls Sie sich jedoch nach zwei oder drei Tagen sehr unwohl fühlen, so leiten Sie das Fastenbrechen ein. Nichts muss!

Immerhin haben Sie kurz gefastet. Ich faste auch immer nur höchstens 4 – 5 Tage, da ich kein Schwergewicht bin! Ich faste ausschließlich aus dem Grund, damit ich mich geistig erfrische.

Der Fastensegen

Der Fastensegen leitet das Fastenbrechen ein. Ich finde es ganz feierlich, wenn man in einer Gruppe fastet, und jemand spricht zum Abschluss des Fastens, bei Kerzenschein, den Fastensegen. Besonders gut finde ich dabei folgende Worte:

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervor geht.“

Man kann den Fastensegen selbstverständlich auch ganz für sich allein sprechen und über die vorgenannten Worte kurz meditieren. Der beste Zeitpunkt für das Fastenbrechen ist der späte Vormittag.

Symbolfoto Pixabay

Das Fastenbrechen

Nach dem Fastensegen gibt es endlich wieder etwas zu essen. Bereiten Sie sich einen duftenden Bratapfel zu, mit Honig, etwas Zimt und Mandeln oder Mandelmus. Ein kleiner Spritzer Zitrone macht den Bratapfel kurz vor dem Geniessen besonders aromatisch!

Alternativ können Sie auch Apfelscheiben in einem Topf dünsten und etwas Mandelmus oder geriebene Mandeln zugeben. Eventuell mit Honig und Zimt würzen.

Alle ihre Sinne nehmen nun besonders intensiv wahr! Achten Sie bitte gut auf sich und wählen Sie zukünftig nur noch Speisen, die nicht industriell verarbeitet wurden.

„Alle Menschen, die Gottes Willen hören und tun, gehören zur himmlischen Familie der Natur. Sie sind Bruder, Schwester, Vater und Mutter, vereint in der Ewigkeit der Natur. Wer den Willen der göttlichen Natur achtet und lebt, der ist mir Bruder und Schwester.“

Susanne Hilmer

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Buchtipp: Heilen mit der Kraft der Seele, Die Psychotherapie der heiligen Hildegard, Wighard Strehlow, Verlag Bauer

In dem vorgenannten Buch ist das Fasten nach HvB ausführlich ab Seite 375 beschrieben – mit Bruder Klaus als Fastenführer. Wer in das Thema tiefer einsteigen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.

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